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  • AutorenbildIlaria Morado

Unkraut im Garten: verwenden statt verschwenden

Aktualisiert: 13. Apr.

In Gärten wird Unkraut nicht gern gesehen. Dabei haben viele dieser Pflanzen unzählige positive Eigenschaften, die wir kennen sollten, bevor wir sie in die Grüntonne geben. Wir geben 7 Beispiele von vermeintlichem Unkraut mit Wunderkraft und verraten, was man damit anstellen kann.


"Unkraut vergeht nicht" sagt der Volksmund und bezieht sich auf die menschliche Resilienz. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, denn als ziemlich widerstandsfähig erweist sich manch Unkraut in unseren Gärten und Beeten, das aktuell zum Auftakt der Gartensaison wieder fleissig bekämpft wird. Viele HobbygärtnerInnen können ein Lied davon singen. Sie jäten, rupfen, zupfen und bekämpfen das unerwünschte Beikraut vehement. Trotzdem kommt es wieder und wieder und wieder... Die robusten Begleiter, die zwischen unseren geliebten Blumen und Gemüsepflanzen wachsen, sind uns immer eine Armlänge voraus. Unkraut im Garten oder am Wegrand kann aber ein verborgener Schatz sein.


Unkraut-Management: Eine neue Perspektive

Dass Unkraut beseitigt wird, kommt nicht von ungefähr. Ob absichtlich oder intuitiv, GärtnerInnen wissen es: Unkräuter konkurrenzieren selbstverständlich mit unseren Nutzpflanzen um Nährstoffe, Wasser und Platz, was den Ertrag schmälern kann. Trotzdem plädieren wir dafür, ganz im Sinne eines Naturgartens, uns hinzukauern und das Unkraut in unserem Garten etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Viele dieser Beipflanzen könnten es nämlich locker auf unsere Teller schaffen und haben auch sonst viel zu bieten.


Tee Tasse Kräuter Garten
Unkraut: ganz viel gute Eigenschaften

Essbares Unkraut im Garten

Früher war man besonders in den Wintermonaten auf Vitaminquellen angewiesen. Meine Eltern erzählen wie sie als Kinder von ihren Eltern auf Streifzüge geschickt worden sind, um wilden Löwenzahn zu sammeln. Unkraut war nicht immer Unkraut, darum lohnt sich eine nähere Auseinandersetzung mit dem was wir heute als lästig empfinden, jäten und entsorgen. Hier kommen 7 Beispiele:


  • Unverstandenes Unkraut 1: Der Löwenzahn: Dieses gelbe Schönheitsunkraut ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine Wohltat für den Körper. Alle Teile des Löwenzahns, von den Blüten bis zu den Wurzeln, sind essbar und voller Nährstoffe. Selbst die Knospen können wie Kapern eingelegt werden. Die Blätter sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und eignen sich hervorragend für Salate oder Smoothies. Gesundheitsbewusste können einen coffeinfreien Kaffee aus den Wurzeln des Löwenzahns gewinnen. Diese werden geröstet, gemahlen und zu einer gesunden Kaffee-Variante verarbeitet.


  • Unverstandenes Unkraut 2: Der Giersch: Dieses Kraut mit den süssen weissen Dolden ist eine Vitaminbombe. Er weist einen hohen Gehalt an Vitamin C und Eisen auf. Die zarten Blätter können roh oder gekocht gegessen werden und machen sich auch in Salaten würzig-gut. Giersch ist bekannt für seine entzündungshemmenden Eigenschaften und kann beispielsweise bei der Linderung von Gelenkschmerzen helfen.

Giersch Garten
Unkraut im Garten: Der Giersch
  • Unverstandenes Unkraut 3: Die Brennnessel: Der Name kann Schrecken verbreiten. Dabei ist die Brennnessel ein unschätzbares Gut für unseren Garten und unsere Gesundheit. Sie ist reich an Eisen, Kalzium und anderen wichtigen Nährstoffen. Brennnesseln können zu einer Vielzahl von Gerichten hinzugefügt werden, von Suppen über Omeletts bis hin zu Tees. Wenn die Blätter kurz in kochendes Wasser gegeben werden, verlieren sie ihre Haare und können problemlos verzehrt oder weiterverarbeitet werden. Darüber hinaus ist die Brennnessel eine ausgezeichnete Begleitpflanze, die nützliche Insekten anzieht, Schädlinge im Garten vertreibt und das Wachstum von Pflanzen fördert. Mit ihr kann man besten natürlichen Dünger selber machen.

  • Unverstandenes Unkraut 4: Gemeiner Gundermann: Diese kriechende Pflanze, die oft als lästiges Unkraut angesehen wird, hat tatsächlich eine lange Geschichte als Heilkraut. Gundermann enthält ätherische Öle und Flavonoide, die entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Seine frischen Blätter verleihen Salaten einen milden Minzgeschmack. Beim Kochen geht der Geschmack Kochen etwas verloren. Gundermann kann auch zu Tee verarbeitet werden, der zur Linderung von Erkältungen und Magenbeschwerden beitragen kann.

  • Unverstandenes Unkraut 5: Behaartes Schaumkraut: Dieses Kraut kommt in fast allen Gärten und zwar in jeder Ecke vor. Die würzigen Rosetten schmecken etwas scharf können zum Salat dazugegeben werden. Auch machen sie sich in Saucen und Dips als Würze gut. Allerdings kommt es hier auf den Zeitpunkt an. Die Blätter schmecken am besten vor der Blüte. Sie enthalten Senföle, welche ihr die Schärfe geben und viel Vitamin C.

  • Unverstandenes Unkraut 6: Der Knoblauchhederich oder Knoblauchkraut: Wie der Name schon verrät, schmecken die zarten Blätter nach Knoblauch, wenn man sie zerreibt. Er erinnert an Bärlauch. Man kann mit den Blättern Kräuterbutter oder Pesto herstellen. Knoblauchkraut weist einen hohen Gehalt an Senfölen, Saponine sowie Vitamine A und C auf. Früher wurde er wegen diesen Eigenschaften als Heilpflanze angepriesen.

  • Unverstandenes Unkraut 7: Die gewöhnliche Nachtkerze ist eine wahre Wunderpflanze. Die Pfahlwurzel der Nachtkerze kann vor der Blüte, im Herbst, geerntet und wie normales Wurzelgemüse in der Küche verwendet werden. Die Wurzel ist leicht rosa, was ihr in kargen Zeiten, wo die einfachen Leute von Fleisch nur geträumt haben, den Spitznamen "Schickenkraut" beschert hat. Ihre Blätter können ähnlich wie Spinat gekocht werden und auch die Blüten sind essbar. Doch das ist noch nicht alles. Eine Kostbarkeit sind ihre Samen, welche kalt gepresst, zu einem hochwertigen Öl werden. Das Nachtkerzen-Öl soll Hautkrankheiten heilen. Auch Frauen in der Lebensmitte sollten das Öl kennen, weil es gegen Frauenleiden hilft. Man findet das Öl auch in diversen Hautcremes. Belegt ist der hohe Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Gamma-Fettsäuren und Linolsäuren.

Nachtkerze gelbe Blumen Garten
Die Nachtkerze

Unkraut braucht Umdenken

Dieses und noch mehr Wissen und Verwendung über Pflanzen, sowie Gärtnerprofile, hast du in der Tasche; mit der gratis Web-App coaduno. Unkraut im Garten ist keine Bedrohung, sondern eine Ressource. Es bietet Gelegenheit, unsere Beziehung zur Natur zu überdenken und unseren Horizont zu erweitern. Indem wir lernen, die Schätze zu erkennen, die unser Garten bietet, können wir nicht nur unsere Ernährung bereichern, sondern tun auch unserer Gesundheit was Gutes. Wenn du also das nächste Mal einen Löwenzahn siehst, knurrt hoffentlich dein Magen. Wie wäre es mit einem Wildkräutersalat?


Happy gardening

Ilaria



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